Der Deutsche Schäferhund – Hunderassen Lexikon

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Der Deutsche Schäferhund – Rasseportrait

Dass der Deutsche Schäferhund im Rasselexikon von Hundesport Nubi den Anfang macht, ist ja wohl klar. Schließlich ist Nubi selbst ein Schäferhund!

Am Ende des Artikels befindet sich ein Quiz, bei dem ihr euer Wissen testen könnt.

 

Der Deutsche Schäferhund als Rasse

Er ist mit Abstand die beliebteste Hunderasse der Deutschen. Sowohl als Dienst- und Sporthund, als auch als reiner Familienhund ist der Deutsche Schäferhund gefragt.

Aussehen:

  • Rüden zwischen 60 und 65 Zentimeter Widerristhöhe
  • Hündinnen zwischen 55 und 60 Zentimeter
  • Stehohren
  • dunkle Nase und Augen
  • dichtes Fell mit Unterwolle

 

Wesen:

  • ausgeglichen
  • nervenfest
  • selbstsicher und unbefangen
  • aufmerksam
  • mit hoher Arbeitsbereitschaft

Das Wesen eines Hundes hängt bei allen Rassen von mehreren Faktoren ab. Es setzt sich zusammen aus allen angeborenen und erlernten Eigenschaften.

In der FCI (Fédération Cynologique Internationale, der weltweite Dachverband für Rassehunde) wird der Deutsche Schäferhund der Gruppe der Hüte- und Treibhunde zugeordnet. Er gehört zur Sektion eins, Schäferhunde mit Arbeitsprüfung. Das heißt, dass Hunde, die zur Zucht zugelassen werden, nicht nur äußerlich dem Rassestandard entsprechen müssen. Sondern auch eine sportliche Prüfung durchlaufen, bevor sie zur Zucht zugelassen werden.

Wie genau diese aussieht, legt die Körordnung des Vereins für Deutsche Schäferhunde fest.

Die Lebenserwartung beträgt zehn bis 12 Jahre.

 

Verschiedene Typen des Deutschen Schäferhundes

Kaum eine andere Rasse hat so viele verschiedene Typen wie der Deutsche Schäferhund. Nicht nur das Aussehen variiert von Linie zu Linie. Auch der Charakter kann sich bei zwei Tieren innerhalb der Rasse stark voneinander unterscheiden.

Beim Fell wird unterschieden zwischen Stockhaar und Langstockhaar. Stockhaarige Hunde besitzen kurzes Fell, langstockhaarige langes. Letztere wurden bis 2010 als eigenständige Rasse namens Altdeutscher Schäferhund geführt. Heute gehört diese Varietät zum Deutschen Schäferhund.

 

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Vor allem auf Hundeplätzen wird immer wieder von “Hochzucht” und “Leistungszucht” gesprochen. Mit dem ersten Begriff sind Hunde gemeint, die mit besonderem Augenmerk auf gute Ausstellungsergebnisse gezüchtet wurden. Während bei Hunden aus Leistungslinien der Arbeitswille wichtiger ist, als das Aussehen.

Mit dem schwarz-gelben Kommissar Rex haben diese Exemplare optisch wenig gemeinsam. Stattdessen haben sie häufig eine beige-graue Fellfarbe. Weshalb sie umgangssprachlich als “graue Schäferhunde” bezeichnet werden.

Nubi erzählt:
Ich bin übrigens ein sogenannter grauer Schäferhund und sehe ganz anders aus als Kommissar Rex!”

Die Abstammung eines Hundes allein legt jedoch nicht fest, was der kann. Auch ein Schäferhund mit Sportskanonen im Stammbaum muss mit Umsicht und viel Motivation ausgebildet werden, bevor er auf Prüfungen glänzen kann.

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Wieso man sich seinen Schäferhund nicht nach dem Aussehen aussuchen sollte

Leider trifft man immer wieder frustrierte Hundehalter, die sich zwar bewusst für einen Schäferhund entschieden haben, aber dennoch einen ganz anderen Typ Hund bekamen als erhofft.

Beispielsweise einen hyperaktiven, nervigen Chaoten, der als reiner Familienhund angeschafft wurde. Dessen Eltern unglückseligerweise passionierte Hochleistungssportler sind. Die hübsche, wolfsähnliche graue Färbung ist Nebensache, wenn der geborene Workaholic mangels Auslastung beginnt, die Familie auf Trab zu halten.

Auch das andere Extrem gibt es. (Hunde-) sportlich aktive, ehrgeizige Menschen, die nach einiger Zeit feststellen, dass ihr Hund nicht annähernd so begeistert ist wie sie.

In beiden Fällen hätte die beidseitige Frustration, Über- und Unterforderung vermieden werden können. Wenn man sich den Hund nicht nach dem Aussehen aussucht, sondern sich zuvor über die genetischen Anlagen informiert, stehen die Chancen auf einen ausgeglichenen vierbeinigen Teampartner gut.

 

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Pflege

Schäferhunde sind unkompliziert in der Pflege. Trotz des dichten Fells reicht es aus, den Hund je nach Jahreszeit regelmäßig zu bürsten. Da es sich um sogenannten Double Coat handelt, ist vom Scheren im Sommer dringend abzuraten. Die dichte Unterwolle wächst schneller, als das glatte Deckhaar. Das führt dazu, dass der Hund einen schnell filzenden, stumpfen Pelz entwickelt und die Deckhaare nicht ungehindert nachwachsen können. Gestaute Hitze unter dieser Filzschicht, Hautkrankheiten und ein erhöhtes Risiko für Parasitenbefall sind die Folgen.

Die Krallen können gekürzt werden. Sollten sie sich nicht durch die Bewegung auf harten Untergründen von selbst abnutzen.

 

Rassetypische Erkrankungen

Wie bei jeder Hunderasse kommen auch beim Deutschen Schäferhund rassespezifische Erkrankungen vor.

 

Hüftgelenkdysplasie

Das Schreckgespenst, das oft mit der Hunderasse in einem Atemzug genannt wird, ist die Hüftgelenkdysplasie, kurz HD.

Das ist eine Fehlbildung der Hüftgelenke. Sie kann je nach Ausprägung zu Fehlbelastungen, Schmerzen und Arthrose führen.

Häufig hört man, dass viele, wenn nicht gar alle Schäferhunde unter HD leiden. Das ist nicht der Fall, wie aktuelle Studien zeigen. Die OFA (Orthopedic Foundation for Animals) führt eine Statistik über die Häufigkeit der Erkrankung bei den verschiedenen Hunderassen. Der Deutsche Schäferhund befindet sich auf Platz 39.

Festgestellt wird eine HD durch eine Röntgenuntersuchung. Die Kürzel HD A/HD-normal bis HD E geben Auskunft über den Zustand der Hüfte. Wobei A/normal optimal ist.

 

Ellenbogendysplasie

Wie bei der Hüfte, können auch die Ellenbogengelenke Probleme bereiten. Auch bei der Ellenbogendysplasie, abgekürzt ED, entstehen je nach Schweregrad Arthrosen.

Schwer an ED erkrankte Hunde dürfen nicht zur Zucht eingesetzt werden.

 

Andere mögliche Gesundheitsprobleme

Die Schäferhundkeratitis ist eine Immunerkrankung der Augen, die die Hornhaut verändert. Sie betrifft fast ausschließlich Schäferhunde und kann unbehandelt zur Erblindung führen.

Im Gegensatz dazu kommt das Cauda-Equina-Syndrom auch bei anderen großen Hunderassen vor. Durch eine Veränderung des lumbosakralen Übergangswirbels (LÜW) werden die Nerven an dieser Stelle beeinträchtigt. Dadurch kommt es beim Hund zu Schmerzen. Es folgen Lähmungen von Hinterläufen und Rute.

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Familienhund und Sportler

Der Deutsche Schäferhund gehört zu den neun Gebrauchshunderassen des DVG. Je nach Veranlagung kann er ein hervorragender Dienst- und Sporthund sein. Es gibt keine Sparte im Hundesport, in der man diese Hunderasse nicht trifft.

 

Sportarten

Die Paradedisziplin vom Schäferhund ist der Gebrauchshundesport (IPO, IGP). Dieser besteht aus drei Abteilungen: Fährte, Unterordnung und Schutzdienst. Der sogenannte Körschutzdienst ist zudem Bestandteil der Zuchttauglichkeit. Zum Gebrauchshundesport gehören auch die Ausbildung zum Fährtenhund (FH) und das Stöbern. Unabhängig von der IPO-Fährte.

Im Obedience und Rally Obedience (RO) haben zwar die Hütehunde die Nase vorn, aber auch Schäferhunde sind dort vertreten.

Auch in den Bereichen Agility und Turnierhundesport finden sich Schäferhunde. Je nach Größe und Gewicht des Hundes können die vielen Sprünge, die zu diesen beiden Sportarten gehören, auf Dauer zu gesundheitlichen Problemen führen.

Aufgrund seiner Ausdauer ist er auch im Alltag für jede sportliche Aktivität zu begeistern. Egal, ob Joggen, Radfahren oder Canicross.

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Welpen und Zuchtverbände

Ist man auf der Suche nach einem Welpen, hat man mehrere Möglichkeiten. Ganz klar abzuraten ist von Angeboten auf Kleinanzeigen-Portalen. Die Elterntiere der dort zum Kauf angebotenen Welpen sind nicht notwendigerweise auf rassetypische Erkrankungen hin untersucht worden. Solche Würfe sind leider selten gut durchdacht.

Sucht man nach registrierten Züchtern, die vor Abgabe der Welpen strenge Kontrollen durchlaufen, wendet man sich am besten an die jeweiligen Rassezuchtverbände. Beim Deutschen Schäferhund ist das der SV. Die zur Zucht eingesetzten Hunde müssen nicht nur erwiesenermaßen gesund sein. Sie werden zusätzlich auf ihre rassetypischen Eigenschaften hin geprüft. Auf Schauen und Körungen wird sowohl das Äußere, als auch das Wesen potentieller Zuchthunde bewertet. Eine Garantie auf lebenslange Gesundheit eines Hundes oder sportlichen Erfolg kann einem jedoch kein Züchter und keine Ahnentafel der Welt bieten.

Möchte man ein bereits älteres Tier bei sich aufnehmen, oder einem Hund aus zweiter Hand eine neue Chance bieten, sind die Schäferhundnothilfe oder Tierheime einen Blick wert.

 

Wer heißt sonst noch Schäferhund?

Es gibt viele verschiedene Arten des Schäferhundes. Der deutsche ist der bekannteste Vertreter seiner Art.

Andere Schäferhundrassen sind zum Beispiel:

  • der Weiße Schäferhund (Berner Blanc Suisses)
  • der Belgische Schäferhund (Malinois/Mechelaar, Laekenois und Tervueren)
  • der Holländische Schäferhund (Hollandse Herder/Hollandse Herdershond)
  • Harzer Fuchs

weißer schäferhund

Auf dem Foto seht ihr Abby, die Weiße Schäferhündin vom Hundeblog Hundekind Abby.

Habt ihr selbst einen Schäferhund?
Wenn ja, was für einen?
Schreibt uns einen Kommentar!

Anubis, als waschechtes Arbeitstier, testet die Spielzeuge für den Shop Hundesport Nubi. Über seine Arbeit spricht er im Interview.

 

Mehr Informationen

Unter den folgenden Links findet ihr noch mehr Infos zur Rasse:

 

Testet euer Wissen

Wie gut kennt ihr euch mit dem Deutschen Schäferhund aus? Macht den Test!

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6 Idee über “Der Deutsche Schäferhund – Hunderassen Lexikon

  1. Franzi sagt:

    Seit nun 6 Jahren bin ich der Rasse Deutscher Schäferhund absolut verfallen 🙂
    Sie haben so ein tolles Wesen, sind für fast alles zu begeistern und einfach nur bildhübsch! Unser Toni lebt nun seit 1,5 Jahren bei uns und trotz der ein oder anderen Herausforderung bei der Erziehung, macht das Arbeiten mit ihm super Spaß!
    Statistiken oder Umfragen, die besagen, der Deutsche Schäferhund wäre der beliebteste Hund der Deutschen, machen mich aber immer etwas stutzig, denn allzu viele sieht man auf den alltäglichen Gassirunden oder in Hundeschulen nicht. Auch mit Vorurteilen haben wir wirklich oft zu kämpfen.
    Ich hoffe, dass wir z.B. durch unsere Blogs das Bild dieser Rasse wieder ein bisschen mehr ins richtige Licht rücken können 🙂

    Liebe Grüße
    Franzi & Toni

    • Nubi sagt:

      Du hast recht, diese Statistik ist schon etwas paradox. Der vermeintlich beliebteste Hund ist kaum zu sehen und viele haben Angst vor ihm. Natürlich muss man die Statistik etwas relativieren, sie wird ja aus den Wurfzahlen im vdh ermitttelt, da spielen Mischlinge und Tierschutzhunde schon mal keine Rolle. Und man muss betrachten, wo man selber wohnt, in der Großstadt wird man vermutlich weniger Schäferhunde oder allgemein groß Hunde antreffen, als im Grüngürtel oder in ländlicheren Regionen.
      Wenn wir hier, vor allem aber im Alltag bei Begegnungen mit eher skeptischen Menschen das Bild vom “bösen, gefährlichen Schäferhund” etwas korrigieren könnten, das wäre echt toll.

  2. Ekunima sagt:

    Ich bin im letzten Jahr das erste mal mit meiner Jack Russel Hündin auf zwei junge Schäferhund Rüden getroffen. Völlig unerzogen, mussten den Tag über während das Herrchen auf der Arbeit ist im Zwinger hocken und nach der Arbeit wurde auch nichts mit ihm unternommen. Aber Hauptsache haben wollen….

    • Nubi sagt:

      Das ist das Problem: Einen Hund, eigentlich egal welcher Rasse, haben wollen aber eigentlich geht es nur ums “haben”, nicht aber ums “kümmern”. Da sind wir dann auch leider wider bei Ruf und Klischee vom Schäferhund, der macht optisch durchaus was her, gilt als Beschützer und kann ordentlich Alarm machen, das zieht leider auch ein bestimmtes Klientel an. Von denen käme ja keiner mit der selben Logik auf die Idee, sich eine Dogge zu kaufen. Oder am besten, einen Stoffhund. Leider….

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