Hundeschule vs Hundesportverein – das sind die Unterschiede + Infografik

Hundeschule oder Hundesportverein? - Hundeblog Hundesport Nubi

Du möchtest mit deinem Hund etwas tun, weißt aber nicht, wohin du dich wenden kannst? Bist du bei einer Hundeschule, oder eher bei einem Hundesportverein besser aufgehoben? Wir erklären den Unterschied!

 

Hundeschule vs Hundesportverein

Im Sprachgebrauch werden die beiden oft verwechselt. Wenn wir mit unseren Hunden beim Spaziergang andere Hundehalter treffen, kommt im Gespräch oft die Frage, welche Hundeschule wir besuchen. Nubi und Wollie wären ja so brav – wo haben die das gelernt? (Anmerkung: auch die beiden sind nicht immer brav! *räusper*)

Wenn wir dann antworten, dass wir in keiner Hundeschule seien, sondern im Hundesportverein, ist die Verwirrung meist groß. Da gibt es es einen Unterschied? Du wunderst dich ebenfalls? Gleich weißt du mehr!

 

Was ist eine Hundeschule?

Die Hundeschule ist eine Institution, in der Menschen unter Anleitung eines Hundetrainers lernen, mit ihrem Hund umzugehen und ihm neue Verhaltensweisen beibringen.

Eine standardisierte Ausbildung zum Hundetrainer gibt es nicht. Theoretisch darf sich jeder Hundetrainer nennen und eine Hundeschule eröffnen. Um gewerblich als Trainer zu arbeiten, ist jedoch ein Nachweis der Sachkunde, gemäß §11 des Tierschutzgesetzes nötig.

Das Angebot einer Hundeschule richtet sich nach dem Schwerpunkt des Inhabers. Es gibt Hundeschulen, die bieten Kurse und Einzeltrainings zum Thema Alltagsgehorsam an. Manche sind auf Hundeverhalten, wie Aggression oder besonders ängstliche Hunde spezialisiert. Andere wiederum haben zusätzlich Hundesport im Programm. Und manche alles auf einmal.

 

Was ist ein Hundesportverein?

Ein Hundesportverein besteht aus Mitgliedern, ehrenamtlichen Trainern und einem Vorstand. Hundesportvereine in Deutschland sind dem VDH untergeordnet. Das ist der Verband für das Deutsche Hundewesen.

Das Angebot im Hundesportverein variiert. Manche Vereine bieten den klassischen Gebrauchshundesport an. Andere haben Agility als oberste Priorität. Auch Welpenkurse, Junghundegruppen und das Training für Begleithunde können im Fokus stehen.

Übrigens soll auch im Verein immer mindestens ein anwesender Trainer die Sachkunde gemäß §11 des Tierschutzgesetzes haben. Zusätzlich zu den Qualifikationen als Trainer, die innerhalb des Vereines abgelegt wurden.

 

Was ist der Unterschied zwischen Hundeschule und Hundesportverein?

Unterschiede zwischen Hundeschule und Hundesportverein gibt es mehrere. Die wichtigsten sind:

  • das Angebot
  • die Kosten
  • die Möglichkeit, an Prüfungen teilzunehmen

Lies weiter, um mehr über die einzelnen Punkte zu erfahren.

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Das Fußlaufen, wie unsere Malinoishündin es hier zeigt, kann man sowohl in der Hundeschule, als auch im Verein lernen.

 

Hundeschule vs Hundesportverein: Angebot

Nahezu jede Hundeschule bietet Alltagstraining an. Dazu gehören Dinge, die ein Familienhund können sollte, um sich unkompliziert in den Alltag zu integrieren. Grundgehorsam. Leinenführigkeit. Impulskontrolle. Hundebegegnungen. Die Liste lässt sich beliebig erweitern.

Manche Hundeschulen haben sich auf ein Thema spezialisiert. Beispielsweise auf jagende Hunde. Oder auf besonders ängstliche oder aggressive Hunde. Auch für die Ausbildung von Assistenzhunden gibt es Hundetrainer, die sich genau dafür weitergebildet haben.

Im Hundesportverein findest du, wie der Name schon sagt, Hundesport. Zusätzlich zu den diversen Hundesportarten, bieten Vereine manchmal auch Welpenkurse oder Junghundegruppen an.

 

Infografik: Angebote von Hundeschulen und Hundesportvereinen (Auswahl)

Einen Überblick über 30 verschiedene Sportarten für Hunde bekommst du in unserem Hundesport Lexikon.

Anhand welcher Kriterien man das Passende für seinen Hund findet, durften wir auf dem Hundeblog Lieblingsrudel erklären.

 

 

Hundeschule vs Hundesportverein: Kosten

Bei Hundeschulen gibt es hinsichtlich der Kosten große Unterschiede. Der Inhaber darf selbst festlegen, wie viel ein Training bei ihm kostet.

Bevor du einen Hundetrainer für zu teuer befindest, bedenke, dass dieser davon lebt. Das heißt, dass die Kosten für sein Trainingsgelände durch den Preis gedeckt werden. Dazu kommen Versicherungen, Fortbildungen, Lebensunterhalt für ihn selbst und seine Hunde und vieles mehr. Und auch Hundetrainer haben das Recht auf Urlaub.

Gruppentraining ist oftmals günstiger als Einzelstunden.

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Was ist teurer? Die Hundeschule, oder die Mitgliedschaft im Verein?

Für einen Hundesportverein gelten andere Regeln. Vor allem, wenn er das Merkmal der Gemeinnützigkeit erfüllt. Dann darf es nämlich nur sehr geringfügige Einnahmen geben, um den Verein selbst zu tragen. Nicht aber, um Profit daraus zu erwirtschaften.

Das heißt, dass die meisten Hundevereine für Nichtmitglieder eine kleine Gebühr für die Teilnahme am Training nehmen. Ansonsten gibt es vielerorts einen Kantinenverkauf. So dass Besucher im Vereinsheim Getränke oder Snacks erwerben können.

 

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Mitglieder zahlen einmalig eine Aufnahmegebühr. Und von da an einen jährlichen Mitgliedsbeitrag. Das Training im Verein ist für sie meist kostenlos. Außerdem haben sie durch die Mitgliedschaft die Möglichkeit, ohne Kosten in anderen Ortsgruppen ihres Vereines am Training teilzunehmen. Da ist es jedoch üblich und höflich, trotzdem einen Obolus als Dank für die Gastfreundschaft in die Vereinskasse zu geben.

Zwar kommt man auf Dauer im Hundeverein günstiger weg. Als Mitglied hat man dennoch Verpflichtungen, die es in einer Hundeschule nicht gibt. Dazu gehört beispielsweise die Instandhaltung des Vereinsgeländes. Rasenmähen? Unkraut rupfen? Die Tür des Vereinsheims reparieren? Solche Aufgaben werden von den Mitgliedern übernommen. Viele Hundesportvereine haben die Anzahl der zu leistenden Arbeitsstunden in ihrer Satzung festgelegt.

Bei Barks’n Books findest du einen schönen Artikel zur Arbeit, die im Hundesportverein anfällt: Der Verein – keine Hundeschule zum Nulltarif

 

Kosten im Überblick

Hundeschule:

  • Kosten für das Training

 

Mitglied im Hundeverein:

  • Aufnahmegebühr (einmalig)
  • jährlicher Mitgliedsbeitrag

 

Hundeschule vs Hundesportverein: Teilnahme an Prüfungen

Möchtest du mit deinem Prüfungen im Hundesport ablegen, hängt es von der Sportart ab, was besser für dich geeignet ist. Bei Hundesportarten wie dem Gebrauchshundesport (IGP), Agility, Obedience und Turnierhundesport (THS) ist eine Mitgliedschaft in einem Hundesportverein Voraussetzung. Dein Hund benötigt eine Leistungskarte und der Hundeführer eine Mitgliedsnummer, um starten zu können. Zudem ist für diese Sparten eine bestandene Begleithundeprüfung Pflicht.

Für die Begleithundeprüfung selbst musst du übrigens ebenfalls Mitglied in einem Verein sein. Mehr über die BH, was dein Hund dazu können sollte und welche Voraussetzungen es gibt, erfährst du hier.

Bei Sportarten wie Rally Obedience ist dies nicht nötig. Da kannst du an Wettbewerben teilnehmen, ohne in einem Verein Mitglied zu sein.

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Malinois Wollie trainiert für die IGP1: der Apport ist Bestandteil der Unterordnung. Diese Prüfung wird sie in einem Hundesportverein ablegen. Hundeschulen bieten sie nicht an.

 

Was bieten Rassezuchtvereine?

Rassezuchtvereine bieten oftmals ebenfalls Training an. 163 offiziell vom VDH anerkannte gibt es. Stand Juni 2020. Ob das der Fall ist und für welche Disziplinen, das hängt ganz von der Rasse ab. Typische Themen einer Hundeschule, wie Leinenführigkeit und Problemhundetraining, findet man dort weniger. Rassetypischen Hundesport und Schautraining dafür schon eher.

Einer der größten Rassezuchtvereine mit vielen Ortsgruppen ist der Verein für Deutsche Schäferhunde e.V.. Da der Deutsche Schäferhund für die Zuchtzulassung seine Eigenschaften als Gebrauchshund nachweisen muss, gehört der Gebrauchshundesport im SV dazu. Der Verband richtet zudem eigene Meisterschaften im Agility, Obedience und der Rettungshundearbeit aus. Logisch, dass auch diese Sportarten häufig auf Hundeplätzen des SV angeboten werden.

Das selbe Bild bietet sich in den anderen Rassezuchtvereinen von Gebrauchshunden. Egal, ob Pinscher-Schnauzer-Klub, Dobermann Verein, DMC, ADRK oder, oder, oder…

Der Deutsche Retriever Club DRC hat seinen Schwerpunkt nicht auf dem Gebrauchshundesport liegen. Dort wird das trainiert, was ein Retriever für die Zuchtzulassung benötigt – das (jagdliche) Apportieren. Bist du also auf der Suche nach Dummytraining, wirst du beim DRC eher fündig, als beim SV.

 

Infografik Hundevereine in Deutschland

Unsere Infografik zeigt die Hierarchie der Hundevereine in Deutschland. Scrolle hinunter, um sie dir runterzuladen und auszudrucken, wenn du möchtest.

Hundevereine in Deutschland - Infografik - Hundesport Nubi

 

Du kannst dir die Übersicht über Hundevereine in Deutschland gerne kostenlos herunterladen und ausdrucken. Wir haben sie dir farbig und in schwarz-weiß zum Download bereitgestellt.

Klicke einfach auf den entsprechenden Button und das PDF öffnet sich in einem neuen Fenster deines Browsers.

 

Für Vereine

Gerne dürft ihr die unveränderten PDF-Dateien auf eurer Homepage zum Download anbieten, oder ausgedruckt für euren Verein nutzen. Über einen Link zur Quelle, also zu diesem Artikel, würden wir uns sehr freuen.

 

Muss man einen Rassehund haben, um in einem Rassezuchtverband zu trainieren?

Diese Frage wurde uns auf Instagram gestellt. In der Regel musst du keinen Hund der jeweiligen Rasse haben, um in einem Rassezuchtverband am Training teilzunehmen. Gerade im SV sind zahlreiche Hundesportler mit anderen Hunden als Schäferhunden aktiv. Ob Mischling oder eine andere Hunderasse.

Wenn du dir unsicher bist, rufe doch einfach vorher an und erkundige dich. Die meisten Vereine sind jedoch froh um neue Mitglieder.

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Nubi ist zwar ein reinrassiger Deutscher Schäferhund. Trainiert aber im DVG, anstatt im SV.

 

 

Hundesportvereine und Hundeschulen finden

Diese Links helfen bei der Suche nach Vereinen, Hundeschulen und Veranstaltungen:

 

So trainieren wir

Wie ist das eigentlich bei uns? Tim und ich sind beide Mitglieder im DVG. Wir trainieren in einem Gebrauchshundesportverein des DVG. Dort haben wir auch unsere Trainerscheine gemacht.

Für uns ist das ideal, da wir Gebrauchshundesport (IGP) machen. Das ist kein Hundesport, den freie Hundeschulen anbieten. Außerdem haben sowohl Nubi als auch Wollie Leistungskarten vom Verband. Die notwendig sind, damit sie an Prüfungen teilnehmen können.

Als Mitglieder haben wir allerlei Rechte, aber auch Pflichten. Wie die oben erwähnten Arbeitsstunden. In denen wir uns schon so manch eine Blase an den Händen bei Reparatur- und Gartenarbeiten zugezogen haben. Die Teilnahme an Vereinssitzungen. Die zwar nötig sind für die Organisation. Zugegebenerweise aber nicht immer Spaß machen.

Als großen Luxus empfinden wir es, an jedem DVG-Verein kostenlos mittrainieren zu dürfen. Sei es im Urlaub, oder wenn wir einfach mal mit Bekannten im Nachbarverein gemeinsam mit den Hunden arbeiten. Dass wir in dem Fall Essen und Getränke in deren Vereinsheim kaufen, ist selbstverständlich. Das ist oft die einzige Einnahmequelle, die gemeinnützige Vereine haben. Ebenso gehört das “Ärmelgeld” zum guten Ton. Das ist ein Dankeschön für den Helfer im Schutzdienst. Der ja nicht nur körperliche Schwerstarbeit leistet, sondern oft auch das Hetzmaterial zur Verfügung stellt.

Dass Hundeschulen in den letzten Jahren so boomen, begrüßen wir sehr. Die Zeiten, dass es im Umkreis von 20 Kilometern einen einzigen Schäferhundeplatz gibt, der ausschließlich Schutzdienst anbietet, sind vorbei. Zum Glück. Nie war es leichter, für seinen Hund ein Angebot zum Training zu erhalten. Ganz egal, welche Rasse und welches Trainingsziel. Das ist eine tolle Entwicklung!

 

Und du?
Bist du eher Team Hundeschule oder Team Hundesportverein?

 

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