Wie wird man Hundetrainer im Verein?

Hundetrainer für Hundesport werden

Wie wird man Hundetrainer? Was muss ein Trainer können? Und: was kostet das? Wie die Hundetrainerausbildung im Verein abläuft, erklären wir hier.

 

So wird man Hundetrainer im Verein

Wie läuft das eigentlich ab mit der Ausbildung zum Hundetrainer für Hundesport im Verein?

Etwas anders, als bei Hundetrainern, die das später beruflich machen. Im Verein bekleidet man als Trainer ein Ehrenamt und darf somit kein Geld mit der Trainertätigkeit verdienen. Und auch sonst gibt es einige Besonderheiten.

Aber auch, wenn du beruflich Hundetrainer werden möchtest, beispielsweise in einer Hundeschule oder selbstständig, gibt es weiter unten Tipps und Anlaufstellen für dich.

Hundetrainerausbildung so wird man Hundetrainer

 

Ablauf der Hundetrainerausbildung

In den verschiedenen Vereinen (bspw. beim SV, dem SWHV oder dem DVG) gibt es kleine Unterschiede in der Ausbildungsordnung. Wir selbst sind im DVG Trainer und Mitglieder und erklären aus der Sicht eines DVG-Mitglieds. Im Großen und Ganzen läuft das aber in den einzelnen Verbänden sehr ähnlich ab.

Die Trainerausbildung besteht aus zwei Jahren Assistenz und Kursen mit Abschlusstests zu verschiedenen Themen.

Dazu gehören:

  • Rhetorik und Menschenführung
  • Versicherungsfragen
  • Erste Hilfe am Hund
  • Recht (Ordnungsrecht, Zivilrecht, Vereinsrecht, Verbandsstrukturen)
  • Allgemeine Kynologie (= “Hunde-Wissenschaft”)
  • Praxisseminar für die Sparte, für die man Trainer wird (Basis, GHS, THS, Agility, etc.)

Die Assistenztrainerzeit lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen abkürzen. Hat man den Trainerschein, muss man regelmäßig Seminare zur Auffrischung absolvieren. Wir sind Trainer im DVG für die Bereiche Basis und GHS, also IGP.

Trainerschein Hundetrainerausbildung
Sachkundenachweis für Hundetrainer im DVG

 

Über die Sparte “Basis” im Hundesport

“Basis” deckt im DVG die Bereiche der Welpen- und Junghundekurse über Basisgehorsam bis zur Vorbereitung auf die Begleithundeprüfung ab.

 

Kosten der Ausbildung zum Hundetrainer im Verein

Auf Instagram stellte man uns die berechtigte Frage: was kostet die Ausbildung zum Hundetrainer das und wer bezahlt das Ganze?

Die Kosten für die einzelnen Seminare variieren. Für Standardseminare, wie Rhetorik & Menschenführung oder Allgemeine Kynologie zahlt man beim DVG meistens jeweils 25€. Teurer werden können die spartenspezifischen Kurse. Je nach Dauer, Verpflegung, Unterbringung und Referent können die auch schon mal im dreistelligen Bereich liegen.

Wer diese Kosten trägt, ist von Verein zu Verein unterschiedlich. In unserer Ortsgruppe handhaben wir es folgendermaßen: für die Aus- und Weiterbildung der Trainer steht jährlich ein Budget zur Verfügung. Die “Grundausbildung” übernimmt somit der Verein. Bei teuren Fortbildungen werden die Kosten je nach Preis und verbliebenem Budget zwischen dem Trainer und dem Verein aufgeteilt. Im Gegenzug stehen wir Trainer dem Verein als Übungsleiter zur Verfügung. Den Trainerschein machen und sich dann als passives Mitglied nach Hause verkrümeln ist also nicht.

Wenn man berücksichtigt, dass Hundesportvereine in der Regel als Ehrenamt eingetragen sind und somit kaum Gewinn erwirtschaften dürfen, ist es ein klares Zeichen der Wertschätzung, die Trainerausbildung aus der selten gut gefüllten Vereinskasse zu bezahlen.

Hundetrainer werden: Ausbildung und Kosten

 

Das muss ein Hundetrainer können

Egal ob selbstständiger Hundetrainer oder Trainer im Verein – es gibt Eigenschaften, die ein Trainer mitbringen sollte. Unserer Erfahrung nach. Vermutlich fallen dir noch mehr Dinge ein.

Dazu gehören:

  • sich in Hund UND Mensch hineinversetzen können
  • Liebe zum Hund und zum Sport
  • genug Freude am Thema, um auch Regenwetter, nörgelige Teilnehmer und auf den ersten Blick absolut ungeeignete Hunde wegzustecken
  • die Bereitschaft, über den Tellerrand zu blicken und sich beständig weiterzubilden

Manchmal trifft man auf die Mentalität “Das habe ich vor 30 Jahren schon so gemacht, das mache ich doch jetzt nicht anders!”. Manche Dinge waren damals schon gut und sind es heute noch. Andere wiederum waren damals schon Grütze – und sind es heute noch. Und durch eine Vielzahl an mittlerweile erprobten Alternativmethoden ersetzbar.

Deswegen halten wir es für wichtig, dass man als Trainer offen für Neues bleibt. Für neue Erkenntnisse, Weiterbildungen und dafür, mal vom Bewährten abzuweichen, wenn es dem Hund zugute kommt. Denn die Pflicht-Kurse vom Verband reichen kaum aus. Was man dort lernt, ist eine gute Basis. Ersetzt aber nicht die Erfahrungen, die man erst durch die Arbeit mit ganz verschiedenen Hundetypen und in weiterführenden Seminaren sammelt.

Hunde Trainer für Hundesport werden
Trainingsplan: Schema F passt selten auf alle Hunde im Training

 

Bist du dir nicht sicher, ob du das Zeug zum Trainer hast? Sprich am besten mit deinem Ausbildungswart, bei dem du mit deinem eigenen Hund trainierst. Vermutlich begleitet er oder sie dich schon eine Weile und kennt sowohl dich, als auch die Anforderungen gut.

 

Kennst du schon unseren Shop?

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Hundetrainer werden im Verein – Verantwortung und Grenzen

Als Hundetrainer hat man eine Menge Einfluss auf seine Teilnehmer. Nicht nur, was Trainingsmethoden und Ausbildung der Hunde angeht. Man prägt die Einstellung dem Hund und dem Sport gegenüber. Hat, ob man will oder nicht, eine Vorbildfunktion.

 

Grenzen als Hundetrainer erkennen

Was man nicht vergessen sollte: als Hundetrainer im Verein ist man verantwortlich für die Ausbildung der Hunde und Menschen im Hundesport. Geschult auf ein bestimmtes Fachgebiet. Sei es Agility, IGP, Rally Obedience oder eine andere Sparte. Es gibt immer wieder Fälle, die die eigenen Kompetenzen übersteigen. Und da zeugt es von guter Selbsteinschätzung und Verantwortungsbewusstsein, wenn man die gegebenenfalls an einen Spezialisten weiterleitet.

Berufliche Hundetrainer und Hundeschulen und wir, die auf den Sportbereich spezialisiert sind, konkurrieren idealerweise nicht miteinander, sondern arbeiten einander zu. So schicken wir beispielsweise Halter von aggressiven Hunden zu einem auf genau solche Fälle spezialisierten Fachmann. Selbiges gilt für Angsthunde. Bei beiden geht es nicht um Hundesport, sondern darum, erst einmal grundlegende Probleme zu bearbeiten. Und dafür sind wir als Trainer im Hundesportverein nicht qualifiziert.

Hundesport ist ein tolles Hobby für Zwei- und Vierbeiner. Aber es ist genau das: ein Hobby. Manchmal gibt es Baustellen im alltäglichen Zusammenleben, die bearbeitet werden müssen, bevor Sport sinnvoll oder überhaupt erst möglich ist.

Hundetrainer werden - Hundetrainerausbildung

 

Hundetrainer als Beruf – Ausbildung und mehr Infos

Du möchtest nicht im Bereich Hundesport tätig sein, sondern den hauptberuflich Hundetrainer werden? Bei diesen Anbietern kannst du dich über die Ausbildung informieren:

Wenn du dir nicht sicher bist, ob die Arbeit in einer Hundeschule oder die Tätigkeit in einem Verein eher etwas für dich ist, schau mal hier: Hundeschule vs Hundesportverein – das sind die Unterschiede

 

 

Hast du Fragen oder Anmerkungen zur Hundetrainerausbildung? Schreib’ sie uns in die Kommentare!

 

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