IGP / Gebrauchshundesport: 5 Fragen an Natalie Knaack-Enkelmann

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IGP, oder auch Gebrauchshundesport, besteht aus drei Abteilungen. Fährte, Unterordnung und Schutzdienst. Dieser traditionsreiche Hundesport hat seine Wurzeln bei der Polizei. Natalie Knaack-Enkelmann führt ihre Malinois selbst im IGP und verrät uns im Interview, was sie an diesem Sport besonders mag.

 

IGP – was ist das?

IGP ist das Kürzel für den Gebrauchshundesport. Früher hieß der IPO, davor VPG. Und in ganz grauer Vorzeit SchH, was für Schutzhund stand. Auch, wenn die Bezeichnungen sich immer wieder verändert haben, der Hundesport selbst ist im Kern gleich geblieben. Er beinhaltet die drei Disziplinen Fährte, Unterordnung und Schutzdienst.

Bei der Fährtenarbeit sucht der Hund eine vom Fährtenleger getretene Spur ab und zeigt die auf der Fährte beim Legen platzierten Gegenstände an. Dabei folgt er mit der Nase der Bodenverletzung durch die Fußstapfen.

Die Unterordnung fragt Übungen wie das Fußlaufen, den Apport, technische Übungen (Sitz, Platz, Steh) und das Voraussenden ab.

Beim Schutzdienst umläuft der Hund zunächst Verstecke beim so genannten Revieren. Dabei lässt er sich von seinem menschlichen Teampartner lenken und leiten, statt einfach selbst loszustürmen. Um am Ende auf den Schutzdiensthelfer zu treffen, der den Ärmel als Beute hat.

Die Voraussetzung für die Teilnahme an Wettbewerben im Gebrauchshundesport ist eine bestandene Begleithundeprüfung.

Im IGP aktive Hunde müssen also eine ganze Bandbreite von Eigenschaften mitbringen. Die Freude an der Nasenarbeit. Spaß an Beutespielen, denn letztendlich ist der Schutzärmel aus Hundesicht nur ein besonders großes, begehrenswertes Spielzeug, das es zu erobern gilt. Den Willen, eng mit ihrem Menschen zusammenzuarbeiten. Und die Fähigkeit, sich trotz einer Vielzahl an Impulsen auf ihre Aufgabe zu konzentrieren.

IGP, was ist das? Malinois beim Schutzdienst
Malinois Independent’s Spirit Kentucky beim Schutzdienst. Foto: Pfote im Fokus, Jörg Gitzelmann

 

 

In der Serie 5 Fragen an… holen wir erfahrene Hundesportler verschiedener Sparten auf den Hundesport Nubi-Blog. Im Interview beantworten sie Fragen rund um ihren Hundesport, ihre Hunde und geben Tipps für dein Training.

 

Hundesport IGP: 5 Fragen an Natalie Knaack-Enkelmann

Motiviert. Spaß. Liebevoll.

Das sind die drei Begriffe, mit denen Natalie sich selbst beschreiben würde. Ein wenig geschimpft hat sie über die Frage, weil ihr die Auswahl so schwer fiel.

Was ist IGP Hundesport - Tipps und Erfahrungen von Natalie Knaack-Enkelmann - Blog - Hundeblog Hundesport Nubi
Erfolgreiches Duo: Natalie Knaack-Enkelmann und ihr belgischer Schäferhund Kentucky.

 

Stelle deinen Hundesport IGP kurz vor.

Der IGP Sport oder Gebrauchshundesport, wie er eigentlich heißt, ist deswegen spannend, weil er so vielseitig ist und unseren Hunden vieles abfragt.

Sie müssen ihre Nase gezielt einsetzen können bei der Fährtenarbeit. Im Gehorsam vor Motivation nur so sprudeln, aber dennoch die Präzision nicht vergessen. Und im Schutzdienst ist Unerschrockenheit und Beutespiel sehr wichtig. Es wird von dem Hund verlangt, dass er sehr schnell in die verschiedenen Motivationsbereiche, wie zum Beispiel vom motiviert Fuß laufen ins ruhige Warten beim Sitz aus der Bewegung, wechseln kann.

 

Was ist das Besondere an deinem Hund Independent Spirit’s Kentucky, mit dem du bereits bis zur Bundessiegerprüfung gekommen bist?

Kentucky ist mein Once-in-a-lifetime-dog. Er ist bei uns geboren und aufgewachsen und mein Seelenverwandter seit er in meine Welt gepurzelt ist. Ich kenne ihn seit seinem ersten Atemzug und er mich somit auch seitdem. Wir haben zusammen etliche Stunden in seiner Wurfkiste verbracht und das schweisst zusammen. Er liest ganz genau meine Gedanken, was aber auch durchaus positiv, wie auch negativ sein kann. Er weiß genau, wie ich mich wann fühle und was ich wann denke. Das ist in vielen Situationen hilfreich. Aber in Prüfungssituationen, wo ich auch aufgeregt bin, nicht immer ganz so gut.

Nichts desto trotz hat er schon so viel erreicht und das immer mit einem Lächeln im Gesicht. Er hat einfach immer Spaß an allem, was wir zusammen tun. Kentucky ist Landesmeister im IGP, Teilnehmer an der DVG Bundessiegerprüfung, mehrfacher Teilnehmer an DMC Championaten und wurde letztes Jahr mit mir holländischer Meister im englischen Obedience. Dort läuft er seit Jahren in der höchsten Klasse, was mich sehr stolz macht.

Aber auch im Alltag ist er ein großartiger Begleiter, wo auch immer ich bin, ist auch Kentucky. Sei es im Büro, in meinen Trainings und in meinen Seminaren, er ist immer dabei. So voller Energie er für alles ist, was mit „arbeiten“ zu tun hat, so entspannt ist er, wenn wir im Büro sind oder abends auf der Couch liegen. Dieser Hund ist für mich einfach einmalig und mein Seelenverwandter.

Independent Spirit’s Kentucky von Natalie Knaack-Enkelmann in Aktion. Foto: Pfote im Fokus, Jörg Gitzelmann

 

Welche ist deine Lieblingsübung im IGP?

Dadurch,dass es sich um drei Abteilungen handelt, ist das mit der Lieblingsübung gar nicht so leicht. Aber nichts desto trotz entscheide ich mich für die Fußarbeit.

Ich könnte stundenlang die Fußarbeit perfektionieren und bis ins Detail trainieren, wenn es nicht so viele andere Übungen geben würde. Fußarbeit ist aber meine Leidenschaft. Motivation, Spaß, aber auch Präzision spielen eine sehr große Rolle.

 

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Worauf sollte man achten, wenn man in den Gebrauchshundesport einsteigen möchte?

Wichtig finde ich, dass sowohl Hund als auch Mensch gesund und fit sind. Durch die vielen Übungen muss man auch als Mensch fit sein, um seinem Hund wirklich alles genau beibringen zu können.

Wenn ich alleine die Fährte betrachte, da machst du über die Jahre mit einem Hund schon echt Kilometer, bis dein Hund das alles soweit kann. Die Gesundheit des Hundes steht natürlich im Vordergrund, damit er den Belastungen, die im IGP recht hoch sind, standhalten kann und sich nicht verletzt.

Lesetipp: Der Hundefitness-Onlinekurs für Sporthunde im Test. Damit unsere Malinoishündin Wollie im Hundesport fit und gesund bleibt, 

Wichtig im IGP: die körperliche Fitness von Hund und Mensch. Foto: Pfote im Fokus, Jörg Gitzelmann

 

Hast du einen Trainings Quick-Tipp für unsere Leser?

Als Quick-Tipp möchte ich gerne das Handtarget mitgeben. Ich nutze es für die Fußarbeit, um die Hunde motiviert genau dort zu positionieren, wo ich sie haben möchte. Das Handtarget eignet sich aber auch für viele Alltagsdinge.

Hier bringen wir unserem Hund durch ausprobieren bei, dass er unsere flache Hand mit der Nase anstupsen soll. Wir warten also im ersten Schritt, bis unser Hund in Richtung Hand schaut und belohnen dies. Nach und nach merkt unser Hund, dass es irgendetwas mit unserer Hand zu tun hat und wird dieser immer näher kommen. Das bestätigen wir. Irgendwann stuppst unser Hund unsere Hand auch mal an, was natürlich hochwertig belohnt wird.

Der schwierigste Schritt ist die Dauer zu verlängern, die unser Hund an der Hand „kleben“ bleibt und hierfür benötigen wir Geduld, aber diese ist generell in der Hundeerziehung und dem Hundetraining wichtig.

 

 

 

Natalie Knaack-Enkelmann bei Studydogs

Natalie Knaack-Enkelmann ist nicht nur selbst im Hundesport aktiv. Sie ist auch Trainerin und Inhaberin der Hundeschule Studydogs.

Sie studierte Tierpsychologie mit dem Fachgebiet Hund und ist spezialisiert auf modernes Hundetraining mit positiven Methoden. In ihren Kursen bietet sie zwar auch Trainings für ambitionierte Hundesportler an. Welpen- und Junghundestunden, Alltagstrainings und Gesundheitsthemen stehen jedoch ebenfalls in ihrem Programm. Online und vor Ort in Essen, Nordrhein Westfalen.

 

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