Training unter Ablenkung: warum das so wichtig ist und wie man am besten trainiert

Training unter Ablenkung - Hundetraining - Erziehung - Hundesport Nubi

Sich unter Ablenkung zu konzentrieren, fällt vielen Hunden schwer. Deinem auch? Dann ist der Artikel unserer Gastautorin Laura genau der richtige Lesestoff!

Über unsere Gastautorin

Auf ihrem Blog Lychee the Poodle erzählt Laura, oder eher Lychee, über das Leben eines Assistenzhundes. Laura erzählt mehr über ihre Erfahrungen mit dem Hundetraining und über ihre Ausbildung zur tierschutzqualifizierten Hundetrainerin.

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Laura und ihr Servicehund: Pudelhündin Lychee.

Durch Lychee hat sich nicht nur ihr Alltag positiv verändert, sondern sie hat gemerkt, wie viel Spaß ihr das Training mit Hunden macht. Sie möchte (später) auch anderen Menschen, egal ob mit oder ohne Handicap, zeigen, dass man mit dem eigenen Hund im Training Spaß haben kann.

Wir folgen Laura und Lychee schon von Anfang an und haben uns sehr für die beiden gefreut, dass sich ihr Training ausgezahlt hat. Lychee bestand kürzlich nämlich die Prüfung zum Servicehund – herzlichen Glückwunsch!

In der Serie Vom Welpen zum Begleithund erzählen wir in der nächsten Folge, wie Wollie lernt, sich bei Ablenkung zu konzentrieren. Andere Menschen und Hunde, Straßenverkehr, hoppelnde Kaninchen und auffliegende Vögel. All das nimmt die Aufmerksamkeit unserer Hunde in Anspruch.

Einen Überblick über das Thema und Trainingstipps gibt es jedoch schon heute – viel Spaß beim Lesen!

 

Ablenkung im Hundetraining

Auf dem Hundeplatz lernt man oft vor allem Training unter folgender Ablenkung: andere Hunde. Oft sind Hundeplätze so abgelegen, dass es nicht viele andere Geräusche gibt, die den Hund ablenken könnten.

Doch im Alltag begegnet man noch ganz anderen Faktoren, die einen Hund ablenken oder gar Angst machen könnten. Darunter fallen zum Beispiel: viel befahrene Straßen, Baustellenlärm, öffentliche Verkehrsmittel (nutzen), überfüllte Orte in einer Stadt, andere Tiere und vieles mehr.

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Volle Aufmerksamkeit des Hundes an belebten Plätzen – keine Selbstverständlichkeit!

Ablenkung

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, was für den eigenen Hund eine Ablenkung ist. Der eine Hund tut sich – vielleicht sogar trotz regelmäßigem Training am Hundeplatz – schwer, in Anwesenheit von anderen Hunden sich auf den eigenen Besitzer zu konzentrieren. Der andere findet vielleicht alle Menschen toll und lässt sich von jedem „Ach bist du ein Süßer, komm doch mal her!“-Ruf ablenken, und der nächste kann sich vielleicht nicht konzentrieren wenn andere Tierarten anwesend sind, oder aber er wird vom Baustellenlärm abgelenkt.

Vieles kann für ein Individuum ablenkend wirken, und genau da kommt dann das Frauchen / Herrchen des jeweiligen Hundes ins Spiel.

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Bindung

Damit man als Hundebesitzer „besser“ als jegliche Ablenkung ist, braucht man zunächst einmal Bindung zum eigenen Hund. Damit meine ich nun keine Leckerlies, sondern wirklich Bindung. Wenn man diese zum eigenen Hund aufgebaut hat wird man erkennen, dass nicht nur Leckerlies als Verstärker eingesetzt werden können.

Anfangs kann man zum Beispiel den Abstand zur Ablenkung etwas verringern – dies kann man zum Beispiel in Form von einer kleinen Laufrunde machen, wenn der Hund darauf steht – und später dann, nach einigen Wochen an intensivem Training, sollte der Hund gelernt haben: wenn ich nun hier aufmerksam durchlaufe (oder was auch immer euer Hund zeigen soll), gibt es danach eine großartige Belohnung – vielleicht ein Spiel mit Frauchen / Herrchen oder eine Kuscheleinheit mitten in der Stadt.

 

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Warum den Abstand erhöhen?

Nun werden sich einige vielleicht fragen: „Warum soll ich den Abstand erhöhen? Mein Hund soll doch lernen, neben der Ablenkung zu arbeiten.“

Ihr werdet Anfangs merken, dass zum Beispiel 10 Meter Entfernung noch gar kein Problem darstellen, 8 Meter Entfernung schon schwierig werden, und bei 5 Meter Entfernung kann sich der Hund dann gar nicht mehr konzentrieren.

Deshalb ist kleinschrittiges Training wichtig. Hat der Hund also kein Problem bei 10 Meter Entfernung die von ihm verlangten Kommandos auszuführen, probiert es mal in 9 Meter Entfernung. Klappt das auch, nähert ihr euch auf 8,5 Meter. Wenn ihr dann bei 8 Meter seid, der Hund aber wieder (kleine) Probleme zeigt, geht man eben wieder einen Schritt zurück. Zeigt der Hund aber keine Probleme, kann man auch einen Schritt weiter (7 Meter) gehen.

Jeder Schritt sollte einige Male wiederholt werden, bevor man zum nächsten Schritt geht!

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Wenn der eigene Hund gerne buddelt, kann man auch das als Verstärker nutzen.

Management

Beim Training unter Ablenkung ist aber nicht nur die Belohnung ein wichtiges Utensil, sondern auch das Stressmanagement. Diverse Ablenkungen oder Umgebungen können Hunde wirklich sehr stressen. Manchmal muss man die Situationen aber gar nicht verlassen, oder gar den Abstand verringern, sondern viele Hunde können mit Kauartikeln oder Schleckerchen ihren Stress abbauen.

Am besten ihr setzt euch in die Nähe der Ablenkung und gebt eurem Hund den Kauartikel. Sofern er diesen auch nehmen kann, ist er jedenfalls nicht zu gestresst. Kann er diesen nicht nehmen, erhöht bitte den Abstand zur Ablenkung. Lasst den Hund den Kauartikel in Ruhe kauen und startet erst danach mit dem Training. Der Hund kann sich dann, normalerweise, besser konzentrieren und man hat vielleicht sogar schnellere Erfolge.

Wie belohne ich meinen Hund?

Ich persönlich liebe das Clickertraining. Vor allem für Trainings unter Ablenkung habe ich es immer gerne genutzt und nutze es auch heute noch. Man kann dem Hund, wenn der Clicker richtig aufgebaut wurde, genau Bescheid geben, wann er etwas richtig gemacht hat.

Nutzt man nur die Belohnung ohne Clicker, ist der Hund oft schon gar nicht mehr in der Position für die man ihn eigentlich belohnt hat.

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Belohnungen können variiert werden: ob Leckerchen, gemeinsames Spiel, die Freigabe oder Streicheleinheiten – das hängt von der Situation und vom Hund ab.

Als Belohnung kann vieles eingesetzt werden. Der eine Hund liebt Zuneigung seines Frauchens / Herrchens, der andere nimmt am besten Futter an, der nächste hingegen möchte irgendetwas apportieren als Belohnung (Lychee zum Beispiel), wiederum der nächste kann mit einem Spiel belohnt werden (mit oder ohne Spielzeug). Es gibt viele Möglichkeiten, den eigenen Hund zu belohnen. Auf einen Click sollte jedenfalls IMMER eine Belohnung folgen. Ansonsten macht der Click keinen Sinn.

Um herauszufinden, was für euren Hund belohnend ist, empfehle ich, eine Liste mit Verstärkern zu schreiben, die ihr bereits genutzt habt. Und diese dann zu reihen: Welcher ist der höchste Verstärker, welcher der niedrigste.

Training unter Ablenkung

Das Training unter Ablenkung ist also nicht einfach, und auch nicht von heute auf morgen erledigt. Viele Dinge müssen bedacht werden, und man muss sehr auf den eigenen Hund achten, um ihn nicht zu sehr in Bedrängnis zu bringen.

Vor allem wenn man in einer Stadt lebt, oder neben einer viel befahrenen Straße, begegnet man täglich neuen Ablenkungen. Hier finde ich ein Markerwort sehr nützlich. Und einen Verstärker, den man immer dabei hat. Ein Markerwort wäre zum Beispiel „Prima“. Es sollte etwas sein, was man im sonstigen Sprachgebrauch nicht benutzt. Und so ein Verstärker den man immer dabei hat, kann man zum Beispiel selbst sein.

Man kann den Hund zu einem Spiel auffordern, mit ihm eine Runde laufen, oder andere Dinge machen. Oder man hängt sich ein Spielzeug auf den Schlüssel und nutzt das dann als Verstärker. Natürlich kann man auch den Leckerliebeutel immer dabei haben (ich zum Beispiel habe den immer dabei und vergesse ihn nur selten), aber ich weiß, dass einige das nicht möchten oder es ihnen gar peinlich ist.

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Spiel kann als Verstärker eingesetzt werden.

Aber an dieser Stelle möchte ich anmerken: Leben mit einem Hund bedeutet tägliches Training. Deshalb sollte man ausgerüstet sein.

Ein Beispiel aus unseren Anfangsphasen: Lychee ist in einer Stadt aufgewachsen, aber auch am Land. Sie hat viel kennengelernt und eine gute Sozialisierung genossen. Aber als sie ungefähr drei Wochen bei mir war, fuhr ein LKW direkt an uns vorbei. Natürlich war das für sie eine riesige Ablenkung. Durch gute Bindung und einem Verstärker den ich dabei hatte, konnte ich sofort ihr Vertrauen gewinnen und wir haben die Situation gemeinsam gemeistert. Kleinschrittiges Training ist natürlich immer besser, aber manche Dinge passieren einfach im Alltag.

 

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Mehr Infos zum Thema Training unter Ablenkung

Wenn ihr alleine mit dem Training unter gewissen Ablenkungen überfordert seid, wendet euch an einen Trainer in eurer Nähe. Dieser kann euch vor Ort helfen.

Zum Thema Clickertraining und positive Verstärkung findet ihr auch immer wieder Beiträge auf dem Hundeblog Lychee the Poodle . Viel Spaß beim Training unter Ablenkung!

 

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